Am 20. Oktober 2026 gestaltete Dr. Luise Kaufmann von der Fudan-Universität im Rahmen der Deutschen Wochen am Jiading-Campus der Tongji-Universität den interaktiven Workshop „When AI Becomes More Than a Tool: Who Decides, Who Learns, Who Leads?“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie künstliche Intelligenz unser Urteilen, Lernen und Zusammenarbeiten verändert, wenn sie zunehmend als Gesprächspartner und Ratgeber genutzt wird.
Die Studierenden tauschten sich auf Englisch aus und stellten zahlreiche Fragen zur praktischen Anwendung von KI. Abstimmungen, Entscheidungsszenarien und Gespräche zu zweit regten dazu an, eigene Erfahrungen und Erwartungen zu hinterfragen. An Beispielen aus der Personalauswahl, der Prüfungsvorbereitung und der Teamarbeit ging es darum, wann KI sinnvoll unterstützen kann und wo menschliche Verantwortung und eigenständiges Denken unverzichtbar bleiben.
Einen besonderen deutsch-chinesischen Bezug bot der Vergleich des Vertrauens in KI. Die von Kaufmann vorgestellte globale Studie der University of Melbourne und KPMG aus dem Jahr 2025 beziffert den Anteil der Befragten, die bereit sind, KI zu vertrauen, in China auf 68 Prozent und in Deutschland auf 32 Prozent. Dieser deutliche Unterschied eröffnete eine Diskussion darüber, wie gesellschaftlicher Kontext und persönliche Erfahrungen den Umgang mit KI prägen.
Der lebhafte Austausch verband wissenschaftliche Befunde mit Fragen aus dem Studienalltag und der späteren Berufspraxis. Als Leitgedanke blieb, die Möglichkeiten von KI bewusst zu nutzen, ihre Antworten kritisch zu prüfen und Entscheidungen weiterhin selbst zu verantworten.

Dr. Luise Kaufmann erläutert, wie KI unser Denken und Lernen verändert.

Im direkten Austausch mit der Referentin bringen die Teilnehmenden ihre Fragen ein.

Abstimmungen per Handzeichen machen unterschiedliche Einschätzungen sichtbar.

Eine Teilnehmerin verfolgt die Diskussion.

Ein Teilnehmer erläutert seinen Standpunkt im gemeinsamen Gespräch.

Aufmerksames Zuhören gehört ebenso zum Austausch wie das eigene Wort.